Kaum kommt der Frühling für ein paar Tage zu Besuch, wird die dicke Jacke zu Hause gelassen und Halinchen im leichten Buggy ohne extra Decke durch die Jungfernheide geschoben, was sich prompt rächt. Nicht nur ist für heute jede Menge Schnee angekündigt, Baby ist zum ersten Mal richtig krank, mit hohem Fieber und einer ratlosen Mutter, die seit Tagen die Kinderärzte im Umkreis von fünf Kilometern belagert. - Mit der Erkenntnis, dass es manchmal besser ist einfach zu Hause zu bleiben, als stundenlang in Wartezimmern mit schmutzigen Krabbelteppichen und schniefenden Kleinkindern zu verbringen. Als wir nach zwei Stunden Wartezeit endlich an der Reihe sind, blickt Halina die schlechtgelaunte Sprechstundenhilfe, die ihr ein Pullertütchen an den Hintern geklebt hat, kritisch an, lächelt ansonsten in die Runde und wird für gesund befunden. Bitte morgen wiederkommen, falls das Fieber anhält.
In der Nacht wacht Krümelchen heiß und weich auf, wimmert und schreit. Ich kann hören, wie die Nachbarn nacheinander wach werden und hoffe, dass die nette Dame von nebenan, die uns beim Einzug Blumen geschenkt hat, auch noch morgen wohlgesonnen ist. Halina will Milch und nur noch Milch, und schläft beim Trinken wieder ein. Hoffentlich schläft sie sich gesund!
Derweil wird unsere neue Wohnung immer wohnlicher und kinderfreundlicher. In jedem Zimmer gibt es eine Baby-Ablage oder -Sitzfläche, Mama sitzt auf Koffern oder auf dem Bett. Das Kinderzimmer ist auch das einzige, das vollkommen neu gestrichen wurde und keinerlei Raucherspuren vom Vormieter mehr aufweist. Ich probiere mich im Mobiles-Basteln und sehe in jeder leeren Cremedose und Plastikflasche ein potentielles Babyspielzeug. Wenn wir nicht aufpassen, ist der schöne neue Freiraum bald zugespamt. Müssen demnächst eine Ladung Babysachen zum An- und Verkauf bringen! Ansonsten gibt's ja noch Ebay und den Keller.

